Leverkusen. Die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Bürrig/Küppersteg hat einen Vereinsrekord gebrochen: Noch nie dauerte es so lange, bis der neue König ausgeschossen war. Erst mit dem 316. Schuss stand gestern Abend um 20.37 Uhr fest: Brudermeister Anton Schmitz (55), der 2012 bereits Schützenkaiser bei den Sebastianern war, will es noch einmal wissen. Von Gabi Knops-Feiler
 
SF2017
 

Dabei ist das Schießen auf den Holzvogel bei der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Bürrig/Küppersteg schon seit längerem nicht mehr die Haupt-Attraktion.

Und so war auch das jüngste Fest rund um die Bundeshalle eingebettet in eine Vielzahl diverser Veranstaltungen.

Den Auftakt übernahm ein stimmungsvoller Dämmerschoppen am Freitag. Er wurde fortgesetzt mit einem Tanzabend am Samstag, bei dem langstielige Rosen statt Punkte an Paare verteilt wurden.

Am Sonntag folgte als weiterer Höhepunkt der große Festzug mit zehn befreundeten Vereinen und drei Musikkapellen durch die Straßen von Bürrig.

Sascha Thum, zweiter Brudermeister, bedauerte, dass nur wenige Zuschauer den Straßenrand säumten. Schon vorher hatte Kommandant Michael Bremkamp gesagt, es sei traurig, dass zwar immer mehr Menschen in Bürrig wohnen wollten, sich aber nicht für den Erhalt von Traditionen interessierten.

Gleich nach der Rückkehr, während des Frühschoppens, starteten erste Schießwettbewerbe. Der Abend gehörte dann wieder ganz der Jugend und stand im Zeichen der Partyreihe "Alle total Malle". Stars aus der Mallorca-Szene - allen voran Sänger Oli P. ("Flugzeuge im Bauch") - feierten zum vierten Mal in Folge eine abgedrehte Party. Der erste wirklich interessante Wettstreit, der am Pfingstmontag um 16.15 Uhr entschieden wurde, war der Wettbewerb um den Titel des Kinderprinzen. Weil die Kleinen allesamt zu jung sind, um ein Gewehr in der Hand halten zu dürfen, übernehmen meistens Eltern den Schießauftrag.

Gestern holte Sascha Thum den Vogel mit dem 68. Schuss für seinen Sohn Mika. Der Kleine ist 16 Monate und hat gerade erst laufen gelernt. Aber Vereinsmitglied ist er schon seit 15 Monaten. Je nachdem, wie lange er am Abend wach sein würde, sollte er die Kinderprinzenkette noch während der feierlichen Krönungszeremonie - natürlich auf Papas Arm - in der Sankt Stephanus-Kirche um den Hals gehängt bekommen. Ansonsten wollte der Vater stellvertretend die Auszeichnung entgegen nehmen und seinem Sohn heute Morgen überreichen.

 

Quelle: RP-Online

Auch Muslime können Schützenkönig werden
Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) lässt Muslime zum Königsschuss zu. Das hat der christliche Schützenverband in Leverkusen beschlossen.

Leverkusen. - Der Öffnungsprozess der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, angestoßen nach der Debatte um einen muslimischen Schützenkönig, hat nun konkrete Formen angenommen. Mehr Verantwortung für die Basis, ein klares Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln und Traditionen, aber umfassende Bereitschaft zum Mitei­nander mit Hinzugekommenen aus anderen Kulturkreisen. Das sind die wichtigsten Punkte des Orientierungs­rahmens, der am Sonntag in Leverkusen von der Bundesvertreterversammlung mit breiter Mehrheit gebilligt wurde. Das Schützen-Parlament gibt damit seinen 1300 Bruderschaften des christlichen Schützenverbandes ein lebensnahes Profil, wie es Papst Franziskus für alle kirchennahen Gruppierungen einfordert.

 

Ausführliche Presseinformation

 

Am Wochenende feierte die Bruderschaft traditionell zu Pfingsten das Schützenfest in Bürrig und in Küppersteg.

Höhepunkt sollte wie jedes Jahr das Königsvogelschießen am Pfingstmontag sein. Doch in den letzten 2 Jahren 

haben sich wieder Kinder in der Bruderschaft angemeldet, so dass wir in diesem Jahr nach 16 Jahren einen

Kindervogel geschossen haben. Da die Kinder noch zu jung sind, um die Würde selber zu erlangen, taten dies die Eltern der 

4 Kinder. Mit dem 125 Schuss sicherte unsere Schützenschwester Stefanie Erdogan Ihrer Tochter Mia (5) die Würde der 

Kinderprinzessin. Der Letzte Kinderprinz vor 16 Jahren war Ihr Onkel Thorsten Schröter. 

Nachdem der kleine Vogel gefallen war, konnten sich die Schützen auf den Großen Königsvogel konzentrieren. 

Auch in diesem Jahr wollten wieder viele Schützenbrüder und eine Schützenschwester die Königswürde auf sich nehmen.

Reinhold Schroeter

Mit dem 239. Schuss sicherte sich diese Würde unser 2. Kommandant Reinhold Schröter. 40 Jahre nachdem er Jungprinz der Bruderschaft war

darf er im nächsten Jahr die Bruderschaft als König vertreten. Er ist auch der Opa unserer Kinderprinzessin. 

Wir wünschen den beiden ein schönes Jahr!